Im Elternhaus, Kindergarten, beim Einschulungstest der Grundschulen und/oder bei der schulärztlichen Untersuchung kann auffallen, dass Ihr Kind Förderbedarf im sprachlichen Bereich hat. Sie müssen an der Grundschule vor Ort einen „Antrag auf Eröffnung des Verfahrens zur Feststellung eines sonderpädagogischen Förderbedarfs“ stellen. Die Grundschule leitet Ihren Antrag weiter an das Schulamt des Kreises Olpe. Es ist sinnvoll, diesem Antrag eventuell vorhandene medizinische und therapeutische Berichte beizulegen. Das Schulamt entscheidet über die Eröffnung des Verfahrens und veranlasst die Überprüfung des Förderbedarfes.
In der Regel ermittelt eine Lehrkraft unserer Schule gemeinsam mit der Grundschulkraft Ihrer Grundschule umfassend den Förderbedarf Ihres Kindes. Bei einem abschließenden Elterngespräch werden Ihnen die Gutachtenergebnisse vorgestellt. Bei bestehendem Förderbedarf haben die Eltern die Wahl des Förderortes, d.h. Sie können zwischen dem „Gemeinsamen Lernen“ an der Grundschule und der Martinus-Schule als Förderschule mit dem Förderschwerpunkt Sprache auswählen.
Ihr Wunsch des Förderortes wird dokumentiert. Eine endgültige Entscheidung erfolgt dann auf der Grundlage des Gutachtens durch das Schulamt Olpe.

Die Schülerinnen und Schüler aus dem Einzugsbereich des Kreises Olpe erreichen die Schule mit Hilfe von eingerichteten Taxilinien (Schülerspezialverkehr). Es entstehen hier keine Kosten für die Eltern.
Liegt der Wohnort des Kindes innerhalb des direkten Einzugsbereichs von 2 km, so wird kein Schülerspezialverkehr eingerichtet. Ihr Kind erreicht dann die Schule zu Fuß, wie das für alle Grundschulen gesetzlich festgelegt ist.
Sollte Ihr Kind aus ärztlicher Sicht mit dem Schulweg überfordert sein, kann auch ein Schülertransport beim Schulamt des Kreises Olpe beantragt werden.

Die Martinus-Schule ist eine Durchgangsschule und ist verpflichtet, Ihr Kind frühestmöglich in den Grundschulbereich zurückzuschulen. Jährlich wird von der Schule überprüft, ob ein weiterer Verbleib an der Schule noch notwendig für die Entwicklung Ihres Kindes ist.
Die Anzahl der Rückschüler der Martinus-Schule an die Regelschulen ist ausgesprochen hoch.

Während der Grundschulzeit wechselt Ihr Kind in die jeweils gleiche Klasse Ihrer Grundschule vor Ort.
Nach der 4. Klasse stehen Ihrem Kind, wie an Grundschulen auch, sämtliche Möglichkeiten der Sekundarstufe 1 offen. Je nach Lern- und Leistungsvermögen wechseln die Schülerinnen und Schüler an die Sekundarschule, die Realschule oder das Gymnasium bzw. die Gesamtschule.
Für Kinder mit einem weiter bestehenden Förderschwerpunkt Sprache bietet die Michael-Ende-Schule in Olpe (Förderschule für den Sekundarbereich 1) ein weiterführendes Angebot.

Ja, denn die Lehrpläne der Grundschule sind für unsere Schule verpflichtend. Nur so lässt sich die Rückschulung an die Regelschule gewährleisten.
Zu Beginn der Schulzeit bieten alle Grundschulen, somit auch die Martinus-Schule eine Schuleingangsphase, die 2-3 Jahre umfasst, je nach Entwicklungs- und Lernstand der Schülerinnen und Schüler. Dabei wird vermieden, dass ein Jahrgang wiederholt wird, vielmehr lernen die Kinder entsprechend ihrem individuellen Entwicklungs- und Lernstand aufbauend.

Ein Wechsel in die Grundschule ist nach jedem Schuljahr möglich, wenn die Entwicklungsvoraussetzungen Ihres Kindes gegeben sind.

Die Lehrpläne der Grundschule sind zunächst verpflichtend. Sollte sich mit der Zeit ein weiterer Förderschwerpunkt im Bereich des Lernens ergeben, ist ein Verbleib möglich, wenn noch ein hoher sprachlicher Förderbedarf besteht. Ihr Kind wird dann individuell nach seinen Möglichkeiten weiterbeschult.

Die Therapie wird auf unterschiedlichen Ebenen durchgeführt. Im Unterricht durch gezielte Sprachangebote und außerhalb des Unterrichts durch Sprachübungsbehandlung in Kleingruppen.
Dazu gehört die ganzheitliche Förderung auf unterschiedlichen Sinnes- und Wahrnehmungsebenen in Verbindung mit Bewegungselementen (Motopädie / Ergotherapie)
Weitere Bereiche der Förderung umfassen:

  • Basis-Kompetenz-Training (BKT)
  • Auditives und visuelles Wahrnehmungstraining
  • Motopädie
  • Ergotherapie

Vor Beginn des 1. Schuljahres nimmt die Schule schriftlichen Kontakt zu Ihnen auf. Der erste Informationsabend für die Eltern findet vor der Einschulung statt. Sie erhalten dort alle Informationen für den Schulanfang. Die Klassenleitungen wenden sich zusätzlich in einem persönlichen Brief an Sie und Ihr Kind u.a. mit einer Materialliste.

Die Leistungen der Motopädie werden durch den Schulträger dem Kreis Olpe finanziert.
Ob eine ergotherapeutische Behandlung notwendig ist, entscheidet der Arzt. Die Ergotherapie kann in der Schule erfolgen, Sie können aber auch alle anderen Angebote der niedergelassenen Therapeuten wählen.

Es ist wünschenswert, dass Sie die Schule vorher kennen lernen. Wir zeigen Ihnen gerne die Einrichtung mit ihren exzellenten Möglichkeiten und erklären Ihnen unsere Bildungs- und Fördermöglichkeiten. Sie können die Schule im Alltag erleben und einen Blick in unsere pädagogische Arbeit werfen.
Im Herbst findet ein „Tag der offenen Tür“ statt. Den genauen Termin entnehmen Sie bitte der Homepage.